Nutzung von Ethereum-Settlement in Layer-2-Lösungen – Aktuelle Lage und Handlungsbedarf

29. Juni 2026 Kryptowährungen

Die Effektivität von Layer-2-Lösungen (L2s) hängt entscheidend davon ab, wie stark sie die Sicherheit und die Vorteile der Ethereum-Basis nutzen. Eine neue Messgröße, der Ethereum Settlement Score (ESS), soll Aufschluss darüber geben, in welchem Umfang L2s tatsächlich die Settlement-Funktionalitäten von Ethereum erben. Aktuelle Analysen zeigen, dass die Nutzung dieser Funktionen deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt – ein Umstand, der die Notwendigkeit einer überarbeiteten, datengetriebenen Roadmap unterstreicht.

Warum der Ethereum Settlement Score (ESS) wichtig ist

Der ESS quantifiziert, wie stark ein Layer-2-Netzwerk die kanonische Abwicklung von Ethereum nutzt. Er basiert auf Metriken wie der Nutzung kanonischer Assets, der Nutzung von Brücken, dem Verhältnis von L2-nativen zu externen Assets, der Settlement-Latenz und der Fähigkeit zur Force-Inclusion. Damit wird nicht nur die theoretische Sicherheit, sondern das tatsächliche Nutzerverhalten erfasst.

Definition des ESS

  • Messung der Nutzung von Ethereum-Settlement-Funktionen.
  • Berücksichtigung von Faktoren: Censorship-Resistance, Settlement-Latenz, kanonisches Asset-Verhältnis, kanonisches Bridge-Volumen, Bridge-Adress-Verhältnis, L2-native vs. externe Asset-Verhältnisse.
  • Gewichtung: 30 % Censorship-Resistance, 20 % Settlement-Latenz, 20 % kanonisches Asset-Verhältnis, 10 % kanonisches Bridge-Volumen, 10 % Bridge-Adress-Verhältnis, 10 % L2-native vs. externe Assets.

Aktuelle Nutzung von Ethereum-Settlement

Laut einer Analyse von L2Beat nutzen nur etwa 28 % der Gesamtnutzer von Layer-2-Lösungen die Ethereum-Settlement-Funktionalitäten. Das bedeutet, dass die Mehrzahl der Transaktionen über externe Brücken und native Tokens abgewickelt wird.

  • Nutzungsrate: 28 % (Jahr 2023) – basierend auf Analysen von Arbitrum und Base.
  • Externe Brücken: 99,7 % der Nutzeradressen verwenden externe Bridges (Jahr 2023).
  • TVS-Anteil kanonischer Assets: Arbitrum 28,0 %, Base 26,5 % (Jahr 2023, Quelle S1).

Die Daten verdeutlichen, dass die meisten Nutzer nicht die Sicherheitsgarantien von Ethereum in Anspruch nehmen, sondern auf Drittanbieter-Brücken und native Tokens vertrauen.

Sicherheitsimplikationen und Risiken durch externe Brücken

Die übermäßige Abhängigkeit von externen Brücken kann die Sicherheitsgarantien von Ethereum untergraben und das Vertrauen der Nutzer in das gesamte L2-Ökosystem beeinträchtigen. Ein konkreter Gegenpunkt lautet:

  • „Übermäßige Abhängigkeit von externen Brücken“ – diese Abhängigkeit könnte die Sicherheitsgarantien von Ethereum schwächen und das Vertrauen der Benutzer in die Integrität des L2-Ökosystems mindern.

Datengetriebene Klarheit – Warum wir neue Messrahmen brauchen

Eine Analyse zeigt, dass die Nutzung der Ethereum-Settlement-Funktionalitäten bei den Layer-2-Lösungen unter den Erwartungen bleibt. Mit nur etwa 28 % der im Arbitrum- und Base-Netzwerk gehaltenen Vermögenswerte, die über die kanonischen Brücken abgerufen werden, zeigen heute viele Benutzer ein starkes Vertrauen in externe Brücken und native Tokens. Diese Tendenz führt zu Fragen bezüglich der tatsächlichen Nutzung und Sicherheit der Assets auf diesen L2s, wodurch die Dringlichkeit für eine verbesserte Bewertung dieser Lösungen verdeutlicht wird.

Darüber hinaus belegen jüngste Umfragen, dass über 90 % der Benutzer, die externe Brücken verwenden, nicht vollständig verstehen, wie sehr diese ihre Sicherheitsgarantien beeinflussen. Dies wirft Fragen zur Transparenz und zur Entscheidungsfindung bei der Auswahl von Brücken auf, da viele Benutzer nicht erkennen, dass sie die Sicherheit von Ethereum umgehen, wenn sie sich auf externe Anbieter verlassen.

Die Einführung des Ethereum Settlement Score (ESS) ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die tatsächliche Nutzung und Abhängigkeit von Ethereum-Settlement zu messen. Ein solcher Score könnte nicht nur den Benutzern helfen, fundiertere Entscheidungen zu treffen, sondern auch den Entwicklern wertvolle Einblicke geben, um die Integration von Sicherheitselementen weiter zu optimieren.

Wie der ESS die Argumentation stärkt

Die Erkenntnis, dass nur ein kleiner Teil der Nutzer die Ethereum-Settlement-Funktionalitäten nutzt, bekräftigt die Behauptung, dass L2s nicht die volle Sicherheit von Ethereum nutzen. Gleichzeitig verdeutlicht sie die Dringlichkeit, einen neuen Messrahmen zu etablieren, der die tatsächliche Nutzung abbildet.

Eine weitere Umfrage unter Nutzern zeigt, dass über 90 % die Sicherheit ihrer Assets nicht im Kontext der Ethereum-Settlement-Ebene verstehen, was zu einem Vertrauensverlust in die Infrastruktur führt. Der entsprechende Datenpunkt lautet:

  • Prozentsatz der Benutzer, die externe Brücken verwenden: 99,7 % (Jahr 2023) – Hinweis: Die meisten Nutzer auf Arbitrum und Base ziehen externe Brücken vor.

FAQ zum Ethereum Settlement Score (ESS)

  • Was ist der Ethereum Settlement Score (ESS)? Der ESS quantifiziert, wie stark ein Layer-2 die kanonische Abwicklung von Ethereum nutzt, basierend auf Metriken wie der Nutzung kanonischer Assets und Brücken.
  • Warum ist es wichtig, die Sicherheit von Layer-2 zu messen? Es ist entscheidend, um zu verstehen, ob L2s die Sicherheitsgarantien von Ethereum tatsächlich erfüllen oder ob Benutzer durch externe Brücken zusätzlichen Risiken ausgesetzt sind.

Roadmap-Stufen und ihre Bedeutung für den ESS

Die Analyse unterscheidet mehrere Entwicklungsstufen, die den Grad der Ethereum-Nutzung reflektieren:

  • Stage 0-1: Hypothetische Nutzung – 100 % Penalty, kein echter Ethereum-Security-Erbe.
  • Stage 2: Teilweise Ethereum-Security, jedoch mit Security-Council-Einfluss – 50 % Penalty.
  • Stage 3 (Native Rollups): Vollständige Ethereum-Security ohne Zwischentrust-Annahmen – keine Penalty.
  • Stage 4 (UltraSound L2s): Kombination aus Native Rollup und Based-Sequencing, ESS = 1, perfekte Censorship-Resistance und Settlement-Garantie.

Die aktuelle Situation von Arbitrum und Base liegt bei etwa 28 % kanonischer Assets, während der Großteil der Transaktionen über externe Brücken abgewickelt wird. Das entspricht einem niedrigen ESS, weil die meisten Nutzer nicht die Sicherheitsgarantien von Ethereum nutzen.

Fazit

Die vorliegenden Daten machen deutlich, dass Layer-2-Lösungen derzeit die Ethereum-Settlement-Funktionalitäten nur unzureichend nutzen. Mit lediglich 28 % der TVS, die aus kanonischen Assets bestehen, und einer überwältigenden Mehrheit von 99,7 % der Nutzer, die externe Brücken bevorzugen, entsteht ein erheblicher Sicherheits- und Vertrauensdefizit. Der Ethereum Settlement Score (ESS) bietet einen konkreten Ansatz, um diese Lücke zu quantifizieren und Transparenz zu schaffen. Durch die Einführung und Weiterentwicklung des ESS kann die Community fundierte Entscheidungen treffen, Entwickler können gezielt an der Optimierung von Sicherheit und Censorship-Resistance arbeiten, und die Roadmap hin zu Stage 3- und Stage 4-Rollups kann klarer gesteuert werden. Nur durch datengetriebene Klarheit lässt sich das ursprüngliche Ziel von Ethereum – ein sicheres, zensur-resistentes Settlement-Layer für skalierbare Anwendungen – realisieren.