Vergleich der Zustand-Nutzung zwischen Bitcoin und Ethereum mit nativen UTXOs

9. Juli 2026 Kryptowährungen

Die Einführung nativer UTXOs auf Ethereum verspricht eine drastische Reduktion des permanenten Zustands. Während das klassische Kontomodell bei jedem Empfang von ETH oder Tokens einen dauerhaften Account-Eintrag erzeugt, speichern native UTXOs nur ein minimal-es Bit im Zustand und verlagern die restlichen Daten in die unveränderliche Protokollhistorie. Diese Änderung reduziert die permanente Zustand-Nutzung um etwa 99,8 % und ermöglicht ein Speicher-Footprint von nur 0,3 Byte pro UTXO – ein erheblicher Unterschied zu Bitcoin ( 50-100 Byte pro UTXO) und zu den aktuellen Ethereum-Accounts ( 100-150 Byte pro Eintrag).

Warum native UTXOs für Ethereum relevant sind

Im Ethereum-Protokoll wird bei jeder Zahlung ein neuer Account-Leaf in den Zustandsbaum geschrieben. Dieser permanente Eintrag bleibt bestehen, selbst wenn das Konto später leer ist. Das führt zu einem kontinuierlichen Wachstum des Zustands, das besonders bei einmaligen Zahlungen ineffizient ist. Das UTXO-Modell, das Bitcoin seit Beginn verwendet, behandelt Zahlungen als one-shot -Objekte: Sie werden erstellt, ausgegeben und anschließend aus dem Zustand gelöscht. Durch die Übertragung dieses Modells auf Ethereum können Transaktionen ohne dauerhafte Konten abgewickelt werden.

Effizienzgewinne im Überblick

  • Reduzierung des permanenten Zustands um 99,8 % (Quelle S1, 2023).
  • Zustand pro native UTXO: 0,3 Byte (2023, Quelle S1).
  • Zustand pro Bitcoin-UTXO: 50-100 Byte (Quelle S2, 2023).
  • Zustand pro Ethereum-Account: 100-150 Byte (Quelle S2, 2023).

Wie funktionieren native UTXOs auf Ethereum?

Ein UTXO wird durch einen Eröffnungs-Log-Eintrag im UTXOVAULT erzeugt. Die wichtigsten Felder eines UTXOs sind:

  • Erstellender Account.
  • Betrag in wei.
  • Autorisiertes Empfangs-Address.
  • Globaler, monoton steigender Index, der Doppelverwendung verhindert.

Der Eröffnungs-Log wird in die Event-Log-Historie geschrieben und in einem openings-root zusammengefasst. Der Zustand speichert lediglich ein „spent-Bit“ pro UTXO (etwa 0,125 Byte). Alle anderen Informationen werden aus der Historie nachgewiesen.

Minimaler Protokoll-Zustand

Name Rolle Größe
next index to assign ein Slot, überschrieben 1 Slot
spent flags 1 Bit pro UTXO ~0,125 Byte pro 256 UTXOs
recent openings roots 256 KB fix 256 KB
sealed old roots ~10 KB/Jahr ~10 KB/Jahr
locked ETH ein reservierter Address

Damit ist der permanente Speicherbedarf pro erstelltem, aber nicht ausgegebenem UTXO praktisch null.

Zustandsreduktion im Detail

Die Forschung von Vitalik Buterin et al. (S1, 2023) zeigt, dass die permanente Zustand-Nutzung bei Zahlungs-Workloads, die keine dauerhaften Konten benötigen, um zwei Größenordnungen niedriger liegt als das aktuelle Account-Modell. Die wichtigsten Kennzahlen:

  • Permanent gespeicherter Zustand pro UTXO: 0,3 Byte.
  • Gesamter Zustand bei 1 Milliarde UTXOs: ~300 MB im Vergleich zu ~100-150 GB bei 1 Milliarde Accounts.

Die Reduktion entsteht, weil nur das „spent-Bit“ im Zustand bleibt, während die eigentlichen UTXO-Daten in der Append-Only-Historie verankert sind.

Risiken und Gegenargumente

Das UTXO-Modell erhöht die Transaktions-Komplexität. Eine höhere Komplexität kann zu Fehleranfälligkeiten führen (Quelle: Counterpoint). Insbesondere muss sichergestellt werden, dass:

  • die Existenz eines UTXOs korrekt aus der Historie nachgewiesen wird,
  • das spent-Bit zuverlässig gesetzt wird, um Doppelverwendung zu verhindern,
  • die Nutzer ihre Öffnungs-Proofs sicher verwahren, da ein Verlust die Ausgabefähigkeit des UTXOs verhindert.

Zusätzlich ist ein kontinuierliches Scannen der Log-Historie nötig, um eigene UTXOs zu entdecken. Die Diskussion im EthResearch-Thread (Info 2) weist darauf hin, dass Nutzer entweder ständig synchronisieren oder auf spezialisierte Nodes zurückgreifen müssen, um alte Logs zu erhalten.

FAQ zu nativen UTXOs auf Ethereum

Wie funktioniert die Anmeldung von UTXOs auf Ethereum?UTXOs sind in der Event-Log-Historie des UTXOVAULT verankert und können durch das Scannen spezifischer Logs entdeckt werden.Wie wird die Existenz eines UTXOs sichergestellt?Durch eine von der Protokollhistorie bewiesene Eröffnungswurzel, die in einem per-Block-Openings-Root gespeichert wird.Welche Vorteile ergeben sich für neue Nutzer?Der Empfänger muss kein vorheriges Guthaben besitzen, um einen UTXO zu erhalten und auszugeben – das senkt die Einstiegshürde für einmalige Zahlungen.

Zusätzliche Anwendungsszenarien

Durch die Möglichkeit, UTXOs ohne vorheriges ETH-Guthaben zu empfangen, lassen sich neue Nutzungsmöglichkeiten realisieren:

  • Einmalige Zahlungen an frische Adressen (z. B. Stealth-Adressen nach ERC-5564).
  • Escrow-Modelle, bei denen das Vault die Auszahlung erst nach Erfüllung einer Bedingung freigibt.
  • Integration in token-Transfers, wobei das gleiche UTXO-Framework für ERC-20-Tokens verwendet werden kann (siehe Abschnitt „Tokens“ im Thread).

Fazit

Native UTXOs auf Ethereum bieten ein starkes Werkzeug, um den permanenten Zustand des Netzwerks zu reduzieren. Die Daten zeigen eine mögliche Reduktion von 99,8 % und einen Speicherbedarf von nur 0,3 Byte pro UTXO**, verglichen mit mehreren Dutzend Byte bei Bitcoin und über 100 Byte bei traditionellen Ethereum-Accounts. Während das Modell die Komplexität erhöht und neue Anforderungen an das Log-Scanning und die Sicherung von Öffnungs-Proofs stellt, überwiegen die Effizienzgewinne insbesondere für einmalige Zahlungen und neue Nutzer. Die vorgestellten Zahlen und Mechanismen aus den Quellen S1 und S2 belegen, dass die Implementierung nativer UTXOs ein vielversprechender Schritt zur Skalierung von Ethereum sein kann, ohne die bewährten Sicherheitsprinzipien des Netzwerks zu gefährden.