Wertverlust durch verlorene Schlüssel – Eli Ben-Sassons Vorschlag zur Anpassung der Bitcoin-Obergrenze

9. Juli 2026 Kryptowährungen

Der Zcash-Gründer und CEO von StarkWare, Eli Ben-Sasson, hat die seit jeher geltende Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin in Frage gestellt. Er argumentiert, dass ein erheblicher Teil des Angebots durch verlorene private Schlüssel unwiederbringlich verloren sei und schlägt stattdessen ein jährliches Ausgabelimit von 4 % vor. Die Debatte berührt zentrale Fragen der Geldpolitik, der Stabilität und des Vertrauens in die Kryptowährung.

Die Äußerungen von Eli Ben-Sasson zur Bitcoin-Obergrenze

Ben-Sasson betont, dass die feste Obergrenze von 21 Millionen Coins keinen Sinn mehr mache, weil mit der Zeit immer mehr Schlüssel verloren gehen. Er verweist auf Schätzungen, wonach zwischen 2,78 Millionen und 3,79 Millionen BTC seit 2017 nicht mehr wiederherstellbar sind. Auf Basis dieser Zahlen schlägt er ein dynamisches, jährliches Ausgabelimit von 4 % vor, um die reale Verfügbarkeit des Angebots besser abzubilden.

  • „Die Begrenzung des Bitcoin-Angebots auf 21 Millionen ergibt keinen Sinn. Tatsächlich werden mit der Zeit alle Schlüssel verloren gehen.“ – Eli Ben-Sasson
  • Verlorene BTC: 2,78 – 3,79 Millionen (Schätzung 2017, Quelle S1)
  • Vorgeschlagenes jährliches Ausgabelimit: 4 %

Verlorene Schlüssel – ein empirischer Hintergrund

Studien aus dem Jahr 2023 schätzen, dass etwa 20 % des gesamten Bitcoin-Angebots aufgrund verlorener privater Schlüssel nicht mehr zugänglich sind. Dieser Prozentsatz entspricht rund 4,2 Millionen BTC, was die Argumentation von Ben-Sasson stärkt, dass das praktisch verfügbare Angebot deutlich unter der nominalen Obergrenze liegt.

  • Anteilig verlorene BTC: 20 % (2023, Schätzung)
  • Verlorene BTC in absoluten Zahlen: 2,78 – 3,79 Millionen BTC (2017)

Der Verlust von Schlüsseln stellt somit ein potenzielles Risiko für die Finanzstabilität dar, weil das verfügbare Angebot schrumpft, während die Nachfrage weiter steigt.

Wachstum der aktiven Bitcoin-Wallets – Nachfrage bleibt robust

Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten, dass die Zahl der aktiven Bitcoin-Wallets im Jahr 2023 auf über 1 Millionen angestiegen ist. Dieser Anstieg belegt, dass trotz der Verluste das Interesse und die Nutzung von Bitcoin nach wie vor stark sind.

Das Wachstum der Wallets liefert einen Gegenpol zu den Bedenken über die Obergrenze und unterstreicht die anhaltende Akzeptanz von Bitcoin als digitales Asset.

Reaktionen der Bitcoin-Community und Inflationsrisiken

Die Mehrheit der Bitcoin-Community reagierte negativ auf Ben-Sassons Vorschlag. Viele Nutzer sehen die feste Obergrenze als zentrales Versprechen des Netzwerks und befürchten, dass eine Anpassung das Vertrauen in Bitcoin als Wertspeicher untergraben könnte.

  • Negative Reaktion der Community auf die vorgeschlagene Obergrenzen-Anpassung
  • Gefahr einer möglichen Inflation durch Erhöhung des Angebots
  • Vertrauensverlust könnte zu Abwanderung von Investoren führen

Ein möglicher Inflationseffekt wird als besonders problematisch eingeschätzt, weil er im Widerspruch zu den ursprünglichen Prinzipien von Bitcoin steht.

Marktbewegungen und die Rolle der sogenannten „Wale“

Aktuelle Marktberichte zeigen, dass der Bitcoin-Kurs am 08.07.2026 bei 61.631,65 USD lag, ein Rückgang von 2,67 % gegenüber dem Vortag. Trotz dieser Schwäche verzeichnete der Kurs in der Vorwoche einen Anstieg von rund 10 %.

  • Bitcoin-Preis: 61.631,65 USD (-2,67 % am 08.07.2026)
  • Wöchentlicher Anstieg: +10 %
  • Große Wallets (Wale) kauften Bitcoin im Wert von 16,7 Milliarden USD

Die Aktivitäten der Wale verdeutlichen, dass große Akteure trotz allgemeiner Volatilität weiterhin in Bitcoin investieren, was die Preisentwicklung zusätzlich beeinflussen kann.

FAQ – häufig gestellte Fragen

Wie viele Bitcoins sind verloren gegangen?Schätzungen liegen zwischen 2,78 Millionen und 3,79 Millionen BTC, die aufgrund verlorener Schlüssel nicht mehr zugänglich sind.

Fazit

Eli Ben-Sassons Vorschlag, die 21-Millionen-Obergrenze von Bitcoin zu überdenken, wirft ein wichtiges Licht auf die Diskrepanz zwischen nominaler Obergrenze und tatsächlich verfügbarem Angebot. Empirische Daten belegen, dass ein erheblicher Teil der Coins durch verlorene Schlüssel unwiederbringlich verloren ist – Schätzungen von bis zu 20 % des Gesamtangebots. Gleichzeitig wächst die Zahl aktiver Wallets, was die anhaltende Nachfrage bestätigt.

Die überwiegend negative Resonanz der Community zeigt, dass das Vertrauen in die feste Obergrenze ein zentrales Element der Bitcoin-Identität ist. Eine mögliche Anpassung birgt das Risiko einer Inflation und könnte das Image von Bitcoin als „digitales Gold“ schwächen. Die aktuellen Marktbewegungen – Preisrückgänge, aber auch ein wöchentlicher Aufschwung und bedeutende Käufe von Walen – verdeutlichen, dass das Ökosystem weiterhin dynamisch ist.

Insgesamt bleibt die Diskussion um die Obergrenze von großer Bedeutung für die langfristige Stabilität und Akzeptanz von Bitcoin. Anleger und Beobachter sollten die Entwicklungen aufmerksam verfolgen, da sowohl technische Verluste als auch Community-Einstellungen entscheidend für die zukünftige Preis- und Vertrauenslage sein können.